Historische Schiffe

Feuerschiff Fehmarnbelt

Hansestadt Lübeck an der Trave | © weites.land
Feuerschiff Fehmarnbelt in der Hansestadt Lübeck an der Trave | © weites.land
Es ist das letzte deutsche Feuerschiff. Die Rente hat es längst erreicht. Doch um so agiler zeigt sie sich und erzählt von ihren Einsätzen und den romantischen und auch widrigen Gegebenheiten auf den deutschen Meeren.

Zwei Jahre wurde an ihr gebaut, bis sie 1908 endlich in der G.H. Thyen-Werft in Brake vom Stapel laufen konnte. Zuerst war sie ein Dreimastsconer mit Notbesegelung. Denn die überwiegende Zeit würde sie ja nur vor Anker liegen. Auf den Namen „Ausseneider“ war sie getauft und bezog eben auch auf der Außeneider ihre erste Position. Bis 1945 tat sie hier unermüdlich ihren Dienst.

Im Jahr 1931 kam sie zwischenzeitlich zurück in die Werft, die Technologie hatte sich weiter entwickelt und der Schiffsverkehr wurde zunehmend motorisiert. So setzte man auch in dieses Schiff einen 300 PS-starken Hauptmotor ein, der ein Jahr zuvor gebaut wurde. Gleichzeitig gönnte man diesem schwimmenden Leuchtturm sein erstes Deckhaus.

Im Jahr 1956 ging es erneut zurück ins Doch, die Segelmasten wurden entfernt, der heute sichtbare Laternenträger und das Ruderhaus machten das Boot zeitgemäß.

In den folgenden Jahren diente die heutige „Fehmarnbelt“  als Reservefeuerschiff „Flensburg“, „Kiel“ und eben zuletzt „Fehmarnbelt“. Und hier lag auch ihr letzter Einsatzort, genau gesagt, auf der Position 54° 36’N, 11° 09’E.

Als bekannt wurde, dass die Zeit für die Fehmarnbelt ablief, gründete sich am 20.01.1984 der Verein „Feuerschiff für Lübeck e. V.“. Schon wenige Wochen später, nämlich am 01.04.1984 folgte dann tatsächlich die offizielle Außerdienststellung. Es war wie ein Nikolausgeschenk, als das Schiff dann am 06.12.1984 an den Verein übertragen wurde. Die Mitglieder mussten noch ungeduldig bis zum 10.04.1985 warten, bis sie das Schiff endlich in Kiel abholen konnten.

Ein weiteres Geschenk gab es im Jahr 2004 vom Wasser- und Schifffahrtsamt, denn hier bekam sie die originale GFK-Antenne und das originale Leuchtfeuer, was sogleich wieder auf den Mast gesetzt wurde.

Fand das Schiff seinen ersten festen Liegeplatz im Holstenhafen Lübeck, bekam es im Jahr 2010 seinen heutigen Platz an den Mediadocks. Seit 2008 hat es übrigens eine offizielle Schiffspoststelle.

An dieser Stelle einmal herzliche Dank an das Wasser- und Schifffahrstamt und an den Verein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern!

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