Nordseeküste Schleswig-Holstein

Entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein: Ockholm–Dagebüll

Wir begeben uns auf die vorletzte Etappe entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und entdecken dabei die Gemeinde Ockholm, den Hauke-Heien-Koog, den Fährhafen Schlüttsiel und den Fähranleger Dagebüll.

Ockholm ist ein unscheinbares schlichtes und doch historisches Dorf, welches weniger Beachtung findet als es vielleicht verdient. Es schließt sich direkt an die Reußenköge an und wird von den Menschen oft durchfahren, die mit der Fähre auf die Inseln wollen.

Etwa 400 Menschen leben in dieser ehemaligen Halligsiedlung, viele Warften stammen aus der Zeit vor dem Deichbau. Ockholm wurde oft von Sturmfluten heimgesucht und hat zweimal seine Kirche verloren.

Folgerichtig bildete die Peterwarft auch die Kulisse bei der Novelle Theodor Storm : „Der Schimmelreiter“. Die Menschen in diesem Ort sind uns sehr herzlich und offen begegnet, dabei reden sie bestimmt kein Wort zuviel und brauchen ein wenig, sich zu öffnen. Berührt waren wir, als uns die Chronik der Gemeinde geschenkt wurde.

Ein kleiner familiärer Wohnmobil-Stellplatz befindet sich gleich neben dem Küsten-Kaufmann, dessen Laden so groß ist wie ein begehbarer Kiosk. Und dennoch macht nirgend anders das Einkaufen mehr Freude als hier.

Nördlich von Ockholm führt die traumhaft schöne Bäderstraße über einen sogenannten Schlafdeich und hier lohnt es sich, kurz vor dem Gatter anzuhalten und einen Blick über den malerischen Hauke-Heien-Koog zu genießen. Er liegt in einer Senke und ist von einem riesigen nach Norden führenden Binnensee geprägt. So führt die Bäderstraße zwischen dem auf der westlichen Seite liegenden Deich und dem links liegenden Speichersee. Zwischendurch laden immer wieder  kleine Parkbuchten zum Halten ein.

Auf dem Weg nach Dagebüll kommt man unweigerlich am Fähranleger Schlüttsiel vorbei, hier gehen die Schiffe ab zru Hallig Hooge, nach Langeneß oder auch nach Amrum.  Auch Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken werden hier angeboten und sind wirklich empfehlenswert und ein echtes Erlebnis. Ein großes Schöpfwerk pumpt das Wasser aus dem Hauke-Haien-Koog und den Neuen Bongsieler Kanal zur Nordsee hin. Inmitten der Natur des Kooges lohnt sich der Besuch des kleinen gemütlichen und typisch nordfriesischen Cafés.

Es dauert nich weit, dann folgt Dagebüll. Von hier aus pendeln die Fähren auf die Nordseeinsel Föhr und werden u.a. mit einer einspurigen Bahn angefahren. Zur Zeit werden die Deiche den neuen und dramatischer werdenden Wetterkapriolen angepasst, so werden die Deiche etwa 40 Meter breiter und endsprechend höher. Der alte Leuchtturm hinter dem Deich hat schon lange ausgedient, er schaut auch mittlerweile kaum noch über den Deich. Heute wird er als kleine exklusive Ferienwohnung genutzt und dürfte als solches ein ziemlich besonderes Erlebnis sein.

Kleine Strandhütten reihen sich in Sichtweite des Fähranlegers aneiander und eine kleine Lorenbahn fährt auf die Hallig. Der kleine Bahnhof liegt auf dem Bauhof der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die hier zugleich für den Küstenschutz zuständig ist.  Entsprechend gibt es auch „Güterzüge“ in Miniformat mit Kipploren, wie man sie eigentlich aus dem Bergbau oder den Spielzeugeisenbahnen kennt.

Dagebüll hat sich in den letzten wenigen Jahren frapierend verändert, Investoren wie Novasol haben ihre Chance erkannt. Doch architektonisch ist das Konzept gelungen. So ziehren bunte Holzfassaden die junge Flaniermeile mit ihrer Gastronomie  und den kleinen Läden.

Durch den Fähranleger ist Dagebüll Mole so etwas wie eine kleine Landzunge, wer nicht über den Deich nach Norden will, nimmt einen kurzen Weg die Straße wieder zurück.

Unsere Links:

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

Schreibe uns Deine Meinung