Nordseeküste Schleswig-Holstein

Entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein: Nördliches Eiderstedt

Leuchtturm Westerhever
© Tourismusagentur Schleswig-Holstein
Wir begeben uns auf die Etappe im nördlichen Eiderstedt entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und entdecken dabei Tümlauer Koog, Leuchtturm Westerheversand, Augustenkoog.

Gefühlt ist der Leuchtturm Westerheversand, üblicherweise Leuchtturm Westerhever genannt, in erreichbarer Nähe. Wäre da nicht die kleine Bucht, die man umlaufen oder umfahren muss. So zieht sich der Weg ein wenig zäh, etwa 20 Kilometer muss man rechnen. Fixiert man nun seine Augen auf dieses Leuchtfeuer und läuft los, wird der Weg durch den Tümlauer Koog unerträglich lang. Mit dem Rad braucht es etwas mehr als eine Stunde, mit dem Auto ist man zwar nicht so dicht am Wasser, kommt aber mit etwa 30 Minuten aus. Aber auch hier hilft es, den Deich nicht aus den Augen zu lassen. Er ist in der Regel immer irgendwie noch von weiterem erkennbar und der darüber sichtbare Leuchtturm sowieso. Am schönsten ist und bleibt der Fuß- und Radweg, so kommt man auch direkt an diesem legendären Seezeichen an.

Mit dem Auto geht es der Beschilderung nach bis zu einem gebührenpflichtigen Parkplatz, auf dem man selbstverständlich nicht übernachten kann. Zum Teil kommen ganze Busladungen hier an und wir Menschen pilgern in Strömen auf den breiten befestigten Wegen durch die Salzwiesen, über die Priele, welche sich bei Flut mit Wasser füllen, nach Westerheversand.

Bevor man sich aufmacht, sollte man sich am Parkplatz überlegen, ob eine Leuchturmbesteigung spannend wäre. Denn  hier werden die wenigen verfügbaren Karten verkauft, wenn die Besteigung an diesem Tag überhaupt möglich ist. Ein kleiner Kiosk mit Toiletten und eine Information stehen hier zur Verfügung, am Leuchtturm selbst gibt es dann bis auf die Toiletten keine Versorgung mehr.

Wer Zeit mitbringt, geht auf dem Hin- oder Rückweg den Weg zusätzlich gerade aus bis zum Meer. Je nach Gezeiten ist hier der Strand ganz schmal oder ganz breit. Die Flut sollte man auf jeden Fall im Blick behalten. Vor allem außerhalb der Saison ist das zumindest für uns ein ganz besonderer Ort- mehr Zurückgezogenheit und das Eintauchen in die nordfriesische Küstenlandschaft geht dann eigentlich nicht. Aber auch in der Hauptreisezeit verlieren sich hier die Massen. Wir aber wollen heute zum Leuchtturm und den Weg kann man gar nicht verfehlen. Etwa eine Stunde sollte man vom Parkplatz aus rechnen.

Ich weiss nicht, wie viele Millionen Bilder hier schon geknipst wurden, aber auch wir haben uns durchaus daran beteiligt. Der Leuchtturm Westerheversand wäre im richtigen Leben einfach der Traum-Schwiegerson. Groß, schön, erfolgreich. Sogar heiraten kann man hier, ein eigenes Trauzimmer ist eingerichtet.

Möchten wir nach dem Aufenthalt an dieser Pilgerstätte Nordfrieslands wieder Abschied nehmen, empfiehlt sich der kleine Backstein- und Bohlenweg  zurück zum Deich. Er ist wirklich sehr schmal, dass es bei Gegenverkehr kuschelig wird. Nasse Füße sollte man durchaus in Kauf nehmen. Der Weg ist allerdings nur ab Juni geöffnet, weil er mitten durch ein sensibles Brutgebiet führt.

Westerhever an sich ist eine sehr kleine Gemeinde auf Eiderstedt, deren Kirche aber auch zu den historischen 18 Gotteshäusern gehört und auf der Kirchwarft liegt. Sie entstand zu einer Zeit, in der man erst in den Anfängen der Deichgeschichte war, die Gebäude auf künstliche Erhöhungen, den Warften, zu setzen, war deutlich einfacher als von Handarbeit eine durchgehende Deichlinie zu schaffen.

Weiter geht es nun Richtung Norden, immer den Deich im Blick. Zu Fuß und mit den Rad ist es einfach, die Deichkrone und der Deichversorgungsweg zeigen die Richtung. Und nirgends ist man enger mit dem Meer als hier.  Aber auch mit dem Auto oder Wohnmobil bietet sich eine gute Orientierung entlang des Deiches an, die Straße verläuft nach einer kurzen Abstinenz wieder recht dicht am Deich entlang. Immer wieder sorgen kleine Pumphäuser und Speicherbecken für die Entwässerung des Hinterlandes, dessen Wasser durch die zahlreichen Gräben bis an den Deich geführt werden.Landwirtschaft prägt die Umgebung, soweit das Auge reicht und wieder wird uns beim Fahren durch die Kooge bewusst, dass dieses Land einst dem Meer abgetrotzt wurde, um daraus fruchtbares Ackerland zu machen.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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