Nordseeküste Schleswig-Holstein

Entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein: nördliches Dithmarschen

Eidersperrwerk | © weites.land
Eidersperrwerk | © weites.land
Wir begeben uns auf die nördlichste Etappe Dithmarschens entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und entdecken dabei die Westerdeichstrich, Hedwigenkoog, Hilgroven, den Wesselburener Koog, und das beeindruckende Eidersperrwerk.

Hat man das für die Dithmarscher Nordseeküste recht trubelige Büsum hinter sich gelassen, stellt sich sofort wieder die typische innere Ruhe ein, wobei Büsum erstaunlich unhektisch wirkt. Büsum steht in seiner Lebendigkeit dem Erholungswert der Küste in nichts nach, es ist nur einfach anders. Will man möglichst am Deich entlang, hilft hier nur das Fahrrad oder der Job beim Küstenschutz. Doch auch mit dem Auto ist man gefühlt den Deich immer recht nahe und es lohnt sich, immer mal wieder anzuhalten, sich auf das Gras zu setzen, den Schafen und Lämmern bei ihrem ewigen Blöken und Futtern zuzusehen und die frische Brise der Nordsee zu genießen. Richtig windstill ist es nämlich entlang der gesamten Küste fast nie.

Fast gerät in Vergessenheit, dass Dithmarschen auch in seinem nördlichen Bereich Kohlanbaugebiet ist.

Dabei ist hier, im nahen Wesselburen die Wiege des Kohlanbaus und so lohnt sich auf jeden Fall ein Ausflug ins Landesinnere. Und zwar nach Wesselburen in die Bahnhofstraße 20. Hier befindet sich das einzigartige und weltweit einmalige Kohlosseum. An dieser Stelle machte der Gärtner Eduard Lass im Jahr 1891 etwas revolutionäres: Er testete den Anbau von Kohl. Der Erfolg gab seiner Idee recht. Später entstand auf diesem Grund die erste Zuckerfabrik Schleswig-Holsteins. Irgendwann wurde aus der Zuckerfabrik die Sauerkrautfabrik. Feinstes Sauerkraut aus Dithmarschen wurde hier produziert, doch quasi über Nacht wurde die Firma aufgegeben.

Doch Hubert Nickels, wohl der beste Krautmeister überhaupt, fand ein Konzept, aus der ehemaligen Sauerkrautfabrik einen besonderen Treffpunkt zu machen. Er erfand das Sauerkraut im Glas und versprochen: so lecker schmeckt kein anderes Sauerkraut. Heute ist im oberen Bereich der Halle ein kleines Museum rund um den Kohl und die geografischen Eigenschaften Dithmarschens eingerichtet, im gegenüberliegenden Kohlsaal findet die ein oder andere Kohlveranstaltung statt. Im unteren Bereich darf man der heutigen Sauerkrautproduktion gerne zuschauen und im Laden viele mit dem Sauerkraut oder der Region verbundenen Bio-Produkte und kleinen Geschenkartikel kaufen. Wie es sich für Dithmarschen eben gehört, ganz entspannt und ohne Uhr. Nachstehend haben wir unsere Beschreibung über das Kohlosseum verlinkt und können es von Herzen empfehlen.

Nach diesem eindrucksvollen Besuch lohnt sich ein Ausflug in das kleine idyllische Zentrum des Ortes, der so eigenwillig wie schön ist. Umgeben ist er von Landwirtschaft wie Gemüseanbau und Viehwirtschaft.

Nun sind wir im Nordwesten Dithmarschens angekommen, die Eider bildet an dieser Stelle mit ihrem breiten Strom die Grenze zu Nordfriesland. Hier erwartet uns die größte Küstenschutzanlage Europas, das beeindruckende Eidersperrwerk. Kurz vor dem Tunnel der Anlage, durch den nur Motorfahrzeuge fahren dürfen, bietet sich die Aussichtsplattform mit großem Parkplatz und Imbiss an.

Von hier aus kommt man gut zu Fuß auf das Sperrwerk und die Deiche, die nun aus Stein statt aus Grasbewuchs sind. Auf vier Kilometer Länge werden die Deiche nun in dieser Bauform nach Nordfriesland folgen. Eine kleine Klappbrücke nördlich des Tunnels ist gekoppelt mit der Schiffsschleuse  und lässt Ausflugsschiffe und Fischkutter, aber auch den Seenotrettungskreuzer aus dem sicheren landseitigen Hafen in die teils wilde Nordsee. Es sollte in diesem Bereich niemand auf die unsinnige Idee kommen, sich oder sein Haustier ins Wasser zu lassen- die Strömung wäre schlicht tödlich.

Viel schöner ist es, im gleißenden Licht der Nachmittagssonne, die sich auf den seichten Wellen der Nordsee spiegelt, das Treiben der Krabbenfischer mit ihren ausgeklappten Fangnetzen zu beobachten.

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