Nordseeküste Schleswig-Holstein

Entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein: Neufelder Hafen

Wir begeben uns auf die zweite Etappe entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und entdecken dabei den Neufelder Hafen und mit ihm die Elbmündung in die Nordsee, nördlich von Brunsbüttel.

Wir halten uns immer nahe des Deiches, nehmen soweit möglich die westlichsten Wege. Es dauert nicht lange, da erreichen wir die Gemeinde Neufeld mit ihrem Neufelder Hafen, zugegebenermaßen recht unerwartet. Einst war das alles hier Meer. Die oft im Land liegenden Deiche erinnern daran, wie man dem Meer immer wieder ein Schnippchen geschlagen und ihm einen weiteren Teil abgerungen hat. Und so liegt die Gemeinde Neufeld an sich wie in einem kleinen Kessel. Mittendrin eine wunderschöne kleine Kirche. Wir aber bleiben der Nordseeküste heute treu und parken unser Auto am Neufelder Hafen.

Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Gefühlt verstummt gerade alles und fährt herunter. Die Inhaberin des gegenüberliegenden Fischrestaurants richtet gerade die großen Fahnenmasten auf und ich bin versucht, ihr zu helfen. Aber sie macht das so routiniert, dass ich ihr eher im Wege stehen würde. Wir grüßen uns freundlich und ich merke ihr die Freude an, hier zu leben, hier zu sein. Ein weiteres Restaurant und ein Café liegen mit diesem empfehlenswerten Fischlokal in einer Reihe. Die ruhige Hauptstraße läuft davor und hin und wieder verirrt sich ein Auto hierher. So ganz geheim scheint diese Umgebung also doch nicht zu sein.

Das hat sicherlich mit dem kleinen Hafen zu tun, der einst wichtiger Umschlag für Neufeld und Umgebung war. Hier wurden landwirtschaftliche Produkte verfrachtet und Fische an Land gebracht. Das ging noch bis in die 1950er Jahre. Doch die Verkehrsanbindungen auf dem Lande wurden immer besser und drängten die Schiffer zurück. Der Hafen verschlickte zunehmend und so wollte man den Hafen 1970 schließen und lediglich zur Entwässerung der Südermarsch nutzen.

Doch da hat man nicht mit den typischen Dithmarschern gerechnet, schon gar nicht mit den Neufeldern wie dem ehemaligen Rektor einer Neufelder Schule mit seinen Wassersportfreunden. Sie gründeten einen Club und sorgten dafür, dass sie den Hafen selbst betreiben konnten und auf diese Weise auch zukünftig ein Zuhause für kleine Fischerboote und Sportboote mit einem Tiefgang von etwa 1.50 Metern bieten werden.

Regelmäßig finden Hafenfeste statt, ganz entspannt und dörflich – wohltuend anders als diese Gigantismusveranstaltungen unserer Städte.

Ein paar Meter weiter am Ende des Hafens hat sich ein großzügiger Wohnmobilstellplatz etabliert. Von hier geht der Blick über weites Land bis an den Horizont und bietet wohl die längsten Sonnenuntergänge, die man in Deutschland erleben kann.

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