Nordseeküste Schleswig-Holstein

Entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein: Von Norderfriedrichskoog nach Simonsberg

Kirche St. Salvator Simonsberg | © weites.land
Kirche St. Salvator Simonsberg | © weites.land
Wir begeben uns auf die Etappe südlich von Husum entlang der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und entdecken dabei Norderfriedrichskoog, Uelvesbüll und Simonsberg.

Nachdem wir Osterhever verlassen haben, behalten wir den Deich im Blick. Das fällt hier gar nicht schwer, denn die schmalen Straßen führen unmittelbar neben dem schützenden und recht hohen grasbesetzten Erdwall entlang. Land einwärts fast das gewohnte Bild: flache Landschaft mit Weiden und Koppeln, Gemüseanbau findet vergleichsweise mit Dithmarschen kaum statt. Kleine Entwässerungsgräben durchziehen die Landschaft, ehe sie in die Speicherseen unterhalb der Deich warten, von den Schöpfwerken abgepumpt zu werden.

Diese Schöpfwerke sind kleine Pumphäuser aus rotem Backstein, die, je nach Tiede das Wasser aus dem Land in die Nordsee bringen und damit verhindern, dass das Land von Landseite überschwemmt. 

Auf dieser Route geht die Halbinsel Eiderstedt fließend ins Festland über, Abstecher lohnen sich immer wieder zu den kleinen Badestellen am Deich.

Norderfriedrichskoog war lange so etwas wie eine deutsche Steueroase, selbst die Lufthansa unterhielt in diesem Kaff ein kleines Büro oder eben zumindest einen Briefkasten. Doch die Zeiten sind vorbei und diese kleine Gemeinde hat noch heute mit den Folgen zu kämpfen.

Wer in Schleswig-Holstein zuhause ist, dem werden die vielen Produktnamen für die Milch aus der Region bekannt sein. Die meisten entstehen hier, in der großen Meierei in Witzwort. Von hier aus werden die großen Discounter beliefert wie auch der gesamte Lebensmittelhandel. In der Regel ist die Milch genfrei und hat ihren durch diese Region ganz typischen und vollen Geschmack.

Einen Besuch sollte man im Roten Haubar in Simonsberg einplanen. Der alte Hof ist zwar schneeweiß, dafür aber ausgeschildert und mehr als einen Besuch wert. Ein kleines landwirtschaftliches Museum ist hier genauso untergebracht wie ein bäuerliches und sehr heimeliges Café-Restaurant.

Der Rote Haubarg hat sich in der Umgebung schon lange einen Namen gemacht und wird aus der gesamten Region gerne angesteuert. Wohnmobilisten dürfen den Kundenparkplatz, sofern sie Gäste sind, kostenfrei zur Übernachtung nutzen.

Schon lange erkennt man die Silhouette von Husum, sofern man denn über den Deich lugt. Die typischen Hafenanlagen mit ihrem Silogebäuden und der Hafen für die Windenergie sind nicht zu übersehen. Diesseits vom Deich befindet sich kurz vor Husum ein kleines Testfeld zur Erprobung von Windrädern, eine kleine Ausstellung führt uns Besucher an das Thema heran, welches in Nordfriesland und Dithmarschen so unübersehbar ist.

Kleinere und größere Wohngebiete entstehen durch das durchaus schnelle Wachstum der kleinen Stadt Husum nun auf dem Land, welches lange landwirtschaftlich genutzt wurde. Über einen Schlafdeich, also einen nicht mehr direkt am Meer gelegenen Deich, verläuft nun die schmale Straße auf Augenhöhe mit en anliegenden Hausdächern zur Ortseinfahrt Husum. Von jetzt auf gleich wechselt die ländliche und verlangsamende Ruhe in kleinstädtische Betriebsamkeit. Aber wir brauchen beide Formen genauso wie die Ebbe und Flut, die hier heute wie früher das Leben bestimmt.

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