Rad & Wandertouren

Eidertal-Wanderweg

Eidertalwanderweg im Bordesholmer Land | © weites.land
Eidertalwanderweg im Bordesholmer Land | © weites.land

Vor langer, langer Zeit haben Gletscher während der Eiszeit das Eidertal geformt. Vielen Dank, Ihr tollen Gletscher. Denn herausgekommen ist eine sehr vielfältige Landschaft. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Eider, gesäumt von einer wilden Landschaft, wie sie ursprünglicher kaum sein kann. Mittelfestes Schuhwerk ist schon angesagt, denn es kann durchaus einmal matschig und rutschig werden.

Nimmt man diesen etwa 10 Kilometer langen Weg auf sich, entdeckt man Landstriche, in denen Fuchs und Hase sich ganz ungestört eine Gute Nacht wünschen. Mitunter gleicht die Landschaft der Wildnis in Norwegen oder Kanada.

Der Eidertal-Wanderweg, zwischen Kiel und Bordesholm gelegen, hat seinen Reiz bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Und ist man laut genug, bleibt auf den Wegen und lässt seinen Hund angeleint, braucht man auch keine Angst vorm Wolf zu haben, der sich vielleicht ins Bordesholmer Land verirrt. Bei Nebel und Nieselregen hat der Weg etwas Mystisches, bei Sonne etwas sehr Erholsames und Geselliges, im Schnee kann er sehr melancholisch sein. Wie auch immer, entdeckt man diesen Weg, dann taucht man ein in die Jahreszeiten mit ihren ganz eigenen Reizen.

Unter Einbezug von Landwirten, Naturschützern und Wanderern ist hier ein etwa 390 Hektar großes Naturschutzgebiet entstanden, in dem wilde Pferde wie die Koniks oder Auerochsen die Landschaftspflege übernehmen. So konnte sich die Natur in den letzten Jahren ihr Gebiet sichtbar zurückerobern, seltene Pflanzenarten wie Moosbeere oder das gefleckte Knabenkraut haben ihr altes Zuhause wiederentdeckt. Vogelbeobachter freuen sich über Nachtigall, Rohrweihe oder Rotmilan.

Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung von Vögeln und Pflanzen, ich mag das wilde Grün mit seinen farbigen Blüten, ich mag es, wenn es zwitschert und surrt, ich mag die Schönheit des wild verlaufenden und eingewachsenen Flusses und die urigen Bäume, die Pfade und die Abgeschiedenheit. Es ist ein tolles Naherholungsgebiet, zunehmend barrierefrei und verzaubert mit seiner vielfältigen Stimmung Wanderer und Kanufahrer.

Es gibt Hinweistafeln, die über die Umgebung und ihre Besonderheiten informieren. Entlang der Wege gibt es immer wieder naturbelassene Sitzbänke und kleine Schutzhütten.

Das Eidertal

Die Eider hat ihren Ursprung nahe dem Hof Schönhagen auf Gut Bothkamp, mit seinem gleichnamigen See und im Bondenholz bei Groß Buchwald. Zunächst verläuft sie in nördliche Richtung bis Molfsee bei Kiel, dann geht es weiter nach Westen, teils durch den Nord-Ostsee-Kanal, bis sie durch das Eidersperrwerk bei Tönning die Nordsee erreicht.

Die blaue Brücke

Wer die Eider zwischen Techelsdorf und Grevenkrug überqueren will, wird über eine holzbeplankte Metallbrücke gehen. Wenn nicht gerade Stau auf der Brücke ist, lohnt es sich aus mehreren Gründen, hier einmal innezuhalten. Zum einen gibt es von hier aus bewegende Einblicke in die Flußführung, zum anderen steht man an dieser Stelle aber auf einer echten Berühmtheit in Schleswig-Holstein. Diese kleine Eisenbrücke war die erste Eisenbrücke in unserem Land. Im Jahr 1865 im Auftrag des Klosters Itzehoe und des Amtes Bordesholm erbaut, bekam sie mit ihrem Anstrich im Jahr 1992 auch gleich ihren Namen. Die unter Denkmalschutz stehende Brücke ist als „Blaue Brücke“ Teil unserer Historie.

Widder und Steinbrücke

Gehen wir den südlichen Wanderweg von Reesdorf in Richtung Schmalsteder Mühle, spazieren wir durch einen Redder bis zur Eiderbrücke, einer alten Steinbrücke, die der dänische König im Jahr 1803 errichten ließ. Weiter geht es die schmale Straße entlang durch eine Unterführung. Wenige Minuten entfernt hören wir auf einer Pferdekoppel ein leises Klacken. Ein Widder soll hier zu Hause sein, aber nichts von ihm ist zu sehen. Seit mehr als 75 Jahren verrichtet er hier seinen Dienst. Das kann also kein Tier sein, nein, in diesem Fall ist der Widder eine hydraulische Pumpe, die vom ersten Tag allein durch Wasserkraft zuverlässig ihren Dienst tut.

Nun können wir uns entscheiden, ob wir am Ende des Weges in Richtung Schmalsteder Mühle gehen um dann in Bordesholm anszukommen oder durch den Ort Schmalstede und weiter durch das nördliche Eidertal zurück in Richtung Reesdorf, vorbei an den Koppeln, an denen uns die Koniks ganz nah kommen. In Reesdorf bietet sich als Abschluss das Gartencafé an, welches am 01. Mai jeden Jahres öffnet und mit frischen Torten in ländlicher Hofatmosphäre überrascht.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.