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Eider

Eider bei Felde | © weites.land
Eider bei Felde | © weites.land

Die Eider ist der längste Fluss in Schleswig-Holstein. Ursprünglich wand sich die Eider auf 188 Kilometern Länge durch eine atemberaubende und vielseitige Landschaft. Heute durchfließt die Eider von der Natur zurückeroberte Landschaften und eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, bis sie durch ein riesiges Bauwerk in den Nationalpark Wattenmeer mündet.

Lange Zeit, in den Jahren 811 – 1864 , verlief an diesem Fluss die Grenze zu Dänemark. Bereits zu Zeiten der Wikinger galt sie als die wichtigste Verbindung zwischen Ost- und Nordsee. Über die Eider in Tönning kam die Geschichte des Käses nach Schleswig-Holstein. Wir folgen dem Fluss auf seiner spannenden Reise durch die schöne Landschaft Norddeutschlands und seiner vielen Tausend Jahre alten, spannenden Geschichte.

Quelle

Eidertal

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Eidetal mit Auerochsen | © weites.land

In dieser renaturierten und reizvollen Landschaft wurde im Jahr 2001 der Eidertalwanderweg eingeweiht. Im Rahmen eines Modelprojektes wurde diese Gegend für die Wiedervernässung von Mooren ausgesucht. Heute achtet man hier auf sorgsame und extensive Bewirtschaftung unter dem Einsatz von rückgezüchteten Wildperden, den Koniks und den Auerochsen.

Obereider an der Blauen Brücke | © weites.land

Obereider an der Blauen Brücke | © weites.land

Eiderwanderweg:  In diesem Abschnitt des Eidertals erlebt man echte Wildnis, wie man sie nur von den entlegenen Teilen der Erde kennt. Es ist gut, einfach mal nicht erreichbar zu sein, mit festem Schuhwerk die Pfade entlangzuwandern und die Niederungen mit ihren wilden Düften, ihrer Ruhe und den vielen Eindrücken einzuatmen.

Es gibt genug Schutzhütten auf dem Weg mit Sitz- und Rastmöglichkeiten. Hinweistafeln liefern spannendes Wissen zur Natur und zur örtlichen Geschichte. An verschiedenen Startplätzen soll es nicht scheitern. Einer davon liegt am Auerhahn, einem Hotel-Restaurant an der Landstraße zwischen Kiel und Bordesholm. Dort kann man gut parken und in wenigen Minuten erreicht man den Eiderwanderweg.

Man muss nur die Straße überqueren, an einer Tannenschonung für Weihnachtsbäume vorbei durch ein kleines Waldstück bis man das Gatter einer Koppel erreicht. Ein wenig Mut gehört dazu, über die Koppel zu laufen, wenn Rinder dort weiden. Das Stück ist aber sehr kurz und schon ist man an der Eider.

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Blaue Brücke an der Obereider | © weites.land

Die Blaue Brücke:  Eine kleine Eisenbrücke bekam ihren Namen erst in jüngster Zeit, obwohl sie die älteste Eisenbrücke in Schleswig-Holstein ist und mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Den blauen Anstrich verpasste man ihr im Jahr 1992, fortan ist es die blaue Brücke. So sorgt sie seit etwa 150 Jahren für eine zuverlässige Verbindung zwischen den Orten Grevenkrug und Techelsdorf.

Widder und Steinbrücke:  Lässt man das Fahrzeug  in Reesdorf nahe des Feuerwehrhauses stehen, bietet sich ein Spaziergang in Richtung Schmalsteder Mühle an. Wir nehmen die Route durch den oberen Redder und gehen bis zur Eiderbrücke, der alten Steinbrücke. Der dänische König hat sie im Jahr 1803 errichten lassen. Sie ist eines der beiden Kulturdenkmäler von Reesdorf. Weiter geht es die schmale Straße entlang durch eine Unterführung. Etwas später hören wir ein leises Klacken auf der Pferdekoppel. Hier soll es einen Widder geben, doch nichts von ihm ist zu sehen. Seit mehr als 75 Jahren verrichtet er hier täglich rund um die Uhr seinen Dienst. In diesem Fall handelt es sich um eine Pumpe, welche vom ersten Tag an zuverlässig rein hydraulisch ihren Dienst verrichtet.

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Koniks an der Obereider | © weites.land

Koniks und Auerochsen:  Am Ende dieses Weges gabelt sich die kleine Straße, links führt sie zur Schmalsteder Mühle und dann weiter nach Bordesholm. Wir entscheiden uns aber für den Weg nach rechts in den Ort Schmalstede. Diesen durchqueren wir und gehen durch das nördliche Eidertal zurück in Richtung Reesdorf. Dabei kommen wir vorbei an den Koppeln, an denen uns die Koniks ganz nahe kommen. In der Ferne sind die Auerochsen zu sehen.

Schulensee

Schleswig-Holstein ist das Land zwischen den Meeren. Aber Schleswig-Holstein ist auch Land der Seen. Einige dieser Seen liegen auf dem Weg der Eider. So auch der Schulensee am Stadtrand von Kiel. Sein Platz ist im oberen Eidertal nahe dem Molfsee mit seinem gleichnamigen Ort.

Die Eider schleppt viel mit auf ihrem Weg und lässt es ausgerechnet im Schulensee. Dieser wird folglich immer kleiner und sorgt für eine natürliche Landgewinnung. Hatte der Schulensee einmal 35 Hektar, so ist er auf fast ein Drittel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Heute werden nur noch 13 Hektar mit Wasser bedeckt. Das ist auch eine Folge der ständigen Veränderung der Eider durch Menschenhand.

Durch die Begradigungen wird der Fluss unterwegs einfach sein mitgeschlepptes Material, die Sedimente, nicht mehr los. Zwar hat man versucht, den See auszubaggern, aber dieses Unterfangen wurde nicht mehr weiterverfolgt. Ein kleiner Teil des Sees darf mit Booten ohne Motor befahren werden, der See ist aber Mittelpunkt eines 69 Hektar großen Naturschutzgebietes. So ist die Umgebung ein geschütztes Paradies für zum Teil bedrohte Tiere und Pflanzen. Zum Baden lädt der Schulensee durch seinen schlammigen Boden weniger ein, dafür lohnt sich eine etwa vierstündige Kanutour über die Eider zum Westensee.

Literatur und Karten

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.