Flüsse

Eider – Flüsse in Schleswig-Holstein

Eider bei Breiholz | © weites.land
Eider bei Breiholz | © weites.land
Die Eider ist wohl der längste Fluss in Schleswig-Holstein und kommt immer noch auf eine stolze Länge von 188 Kilometern. Vor dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals war die Eider noch kein geteilter Fluss, aber auch heute kann sie vielfältiger nicht sein. Malerische  und romantische Naturschönheit wechselt sich mit regem Schiffsbetrieb auf der Bundeswasserstraße ab.

So klein die Eider an ihren beiden Quellen beginnt, so pompös wird sie durch das beeindruckende Eidersperrwerk in die Nordsee entlassen. Wir entdecken die Eider von ihrer Quelle bis zur Mündung, erzählen aus ihrer Geschichte und beschreiben die vielen Sehenswürdigkeiten und Stellplätze entlang ihrer Ufer.

Quelle

Südlich der Landeshauptstadt Kiel entspringt die Eider aus zwei kleinen Quellteichen. Der älteste bekannte ist der Manhagener See auf dem Gut Schönhagen, doch auch der  in der Nähe liegende Heickenteich liefert das Wasser für den Start. In Klein Buchwald nahe Bordesholm treffen sich die beiden Bäche und setzen ihre erste gemeinsame Etappe als Dröger Eider  bis zur Einmündung in den Bothkamper See bei Bissee fort. Mal führt ihr Weg nach Norden, dann wieder nach Westen. Als Obereider wird sie hier bezeichnet und diese Bezeichnung behält die Eider bis zu ihrem Eintritt in den Nord-Ostsee-Kanal.

Eidertal-Wanderweg

Eidertal bei Schmalstede, aufgenommen mit Leica M7 und Elmarit 3.4 135 apsh. auf Kodak Portra 160 new | © mare.photo

Eidertal bei Schmalstede, aufgenommen mit Leica M7 und Elmarit 3.4 135 apsh. auf Kodak Portra 160 new | © mare.photo

Bis nahe Bordesholm wird man die Eider, sofern sie nicht als Dröge Eider durch Rohre geführt wird, maximal als einen kleinen Bach wahrnehmen. Um diesen Bach überhaupt als Eider zu erkennen, haben die kleinen und wunderschönen Dörfer wie Bissee sogar Schilder in die Landschaft gestellt, die dem Kind seinen Namen geben. Das hilft aber nicht darüber hinweg, dass die Eider an sich in ihrer Schönheit und wilden Romantik in Bordesholm beginnt, genau genommen am Rande des nördlichen Industriegebietes. Und hier lohnt sich ein ausgiebiger Spaziergang. Denn hier startet der Eidertal-Wanderweg.

Wild und romantisch führt der Weg entlang des Flussufers durch eine renaturierte, also naturbelassene, Landschaft. Da gibt es die Koniks zu bestaunen, eine Wildpferderasse, die man recht schnell ins Herz schließt. Zusammen mit den Hochlandrindern übernehmen sie hier die Landschaftspflege. Bei Reesdorf geht es über die Blaue Brücke und damit über die erste Eisenbrücke Schleswig-Holsteins.

Weiter führt der Weg über Flintbek in Richtung Kiel, durch urige Wälder auf mitunter schmalen Pfaden. Etwa 10 Kilometer ist eine Wegstrecke, unterwegs gibt es aber Bänke und auch mal eine Schutzhütte. An der Blauen Brücke bei Reesdorf wird auch auf 100 Meter der ganze Mut gefordert, denn hier geht es über eine Viehweide, die nicht selten begrast wird. Wer seinen Hund mit hat, sollte wirklich achtsam und geduldig sein, die Viecher sind durchaus mal recht neugieig.

Von Flintbek aus bahnt sich die Eider ihren Weg über Molfsee und schlängelt sich durch den Schulensee  durch die Vororte von Kiel auf dem Weg zum Westensee.

Naturpark Westensee und Nord-Ostsee-Kanal

Naturpark Westensee

Naturpark Westensee | © weites.land

Der Westensee ist zugleich Namensgeber für den großen und weitläufigen Naturpark und so ist er weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bekannt war er aber bereits im frühen Mittelalter, denn bereits hier war der See ein strategisch wichtiger Stützpunkt auf der Ost-Westroute zwischen Ostsee und Nordsee. Denn zu früher Zeit war Schleswig-Holstein neben seinen vielen Mooren eben sehr dicht bewaldet. Straßen in dem Sinne gab es nicht, Landwege waren auch durch Räuberei sehr gefährlich. So ist es nicht verwunderlich, dass es an den Ufern des Westensees zwei Turmhügelburgen gab.

Die Eider jedenfalls durchfließt auch heute noch dieses wunderbare Gewässer in Richtung Felde nach Achterwehr. In Achterwehr lohnt es sich, ein Kanu oder gar ein kleines Floß zu mieten und diese Strecke einmal abzufahren.  Durch dichte Ufer und kleine Wälder erlebt man hier den Fluss auf wildromantische und entspannte Art.

In Achterwehr wird die Eider ein kleines Stück in den Achterwehrer Schifffahrtskanal, der aber schon in Strohbrück an der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal endet und heute auch nur noch zum Paddeln genutzt wird. Aber diese Schleuse, einige Meter über den Nord-Ostsee-Kanal liegend, ist auch zu Fuß einen Besuch wert, denn ab hier wird die Eider durch den Nord-Ostsee-Kanal geführt oder eben durch ihn unterbrochen. Hier jedenfalls endet die Obereider. Teilstücke des alten Eiderkanals finden sich entlang der Strecke des Nord-Ostsee-Kanals bis nach Rendsburg.

Rendsburg

Rendsburg als Stadt währe sicherlich ohne die Eider keine solche geworden. Sie wurde schon früh zur Garnisonsstadt und ist bereits im Jahr 1199 urkundlich erwähnt.Hier liegt eines der drei historischen Kanalpackhäuser an einem alten Eiderarm. Das Gebäude ist heute etwas lieblos ins Abseits geraten, anders als die beiden Pendants in Kiel und Tönning.

Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals hat sich Rendsburg einschneidend verändert, hat aber heute noch mit seinem Binnenhafen und einer der imposantesten Eisenbahnbrücken der Welt immer noch Bedeutung. In Rendsburg befindet sich eine von weltweit nur noch sieben Schwebefähren unterhalb der weithin sichtbaren Eisenbahnbrücke, die allerdings nach einem Unfall abmontiert wurde und nun auch den Neubau wartet.

Geblieben von der eider ist der Obereiderhafen, bereits hier ist die Rampe für die Eisenbahnbrücke durch den 4.50 Meter hohen Bahndamm sichtbar. Am modernen Obereiderhafen liegen der Yachthafen und die ein oder andere Hotelgastronomie, hier machen aber auch die Schiffe für eine unbedingt empfehlenswerte Fahrt auf der Eider fest. 

Noch bis zum vorigen Jahrhundert gab es eine Verbindung zwischen Eiderhafen und Nord-Ostsee-Kanal. Doch mit dem Bau des Gieselaukanals wurde diese zugeschüttet.

Wer ein wenig die Stadt erkunden will, der kann sich an die auf den Wegen blau angemalte Linie orientieren, die auf 3200 Meter an zahlreichen historischen Gebäuden vorbei zieht. Überall gibt es nette Einkehrmöglichkeiten und lauschige Plätze.

Gieselaukanal

Gieselaukanal zwischen Eider und Nord-Ostsee-Kanal | ©weites.land

Gieselaukanal zwischen Eider und Nord-Ostsee-Kanal | ©weites.land

Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals verlor die teilweise als Kanal ausgebaute Eider schnell an Bedeutung. Und doch gab es weiterhin Schiffsbewegungen auf diesem Fluss. Das hat sich auch bis heute nicht geändert. Nun gab es in Rendsburg eine Schleusenverbindung von der Eider zum Nord-Ostsee-Kanal. Doch Rendsburg brauchte Platz und so schüttete man die Verbindung zwischen Rendsburg und dem Nord-Ostsee-Kanal zu. Das war in den Jahren 1936 und 1937. Doch zuvor musste man eine andere Verbindung schaffen. Dazu bot sich der Bau des etwa 2.8 Kilometer langen Gieselau-Kanals an, der hier die eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal verbindet.

Heute öffnet die Schleuse nur noch für die Sportboote, doch hat sie damit ihren Reiz nicht verloren. Der Gieselaukanal ist immer wieder einen entspannten Spaziergang wert und mit Glück beobachtet man hier auch eine Schiffsschleusung der wunderschönen Anlage.

Prinzenmoor

Dort, wo der Gieselau-Kanal von der Eider geradewegs nach Süden zum Nord-Ostsee-Kanal abgeht, beginnt die Eider mit einer starken Kurve ihren Flussabschnitt in den Norden. Dabei durchfließt sie bis Lexfähre das weit bekannte Prinzenmoor auf dem gleichnamigen Gemeindegebiet. Hier sind schon lange die Renaturierungsbemühungen im Gange, um aus dem ehemaligen Moor wieder ein richtiges Moor zu machen. Alleine den CO2 Ausstoß der Schiffsabgase bindet es in hohem und dauerhaften Umfang. Entsprechend wichtig sind solche Moore im Kampf gegen die Erderwärmung.

In der Tat war der Namensgeber ein echter Prinz, und der bemühte sich redlich, aus dem Moor industriellen Nutzen zu ziehen. Lange Zeit war nämlich die Eider die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Und der dänische König entschied, genau hier, im Prinzenmoor eine Glasfabrik zu bauen. So schickte er seinen Sohn, den damaligen Prinzen von Dänemark, die Arbeiten zu beaufsichtigen. Und so wurden hier Monat für Monat etwa 8000 Flaschen und 33.000 Gläser für das dänische Königshaus und das dänische Militär produziert.

Bis Mitte 1992 lebte in der Gemeinde Prinzenmoor übrigens die Schriftstellerin Angela Sommer- Bodenburg, die in dieser Umgebung genug Stoff für ihre Geschichte „Der Kleine Vampier“ fand. Zweimal wurde dieses Buch verfilmt.

Lexfähre

Wer die Bundesstraße B 203 von Breiholz in westliche Richtung  fährt, überquert in Lexfähre die Eider über eine Klappbrücke. Genau hier befindet sich auch die Kreisgrenze zwischen Rendsburg-Eckernförde und Dithmarschen. Flach ist die Landschaft hier, sehr flach. Wer aber glaubt, sie sei damit langweilig, irrt. 

Einst wurde die Eider hier begradigt, ihr halbkreisförmiger alter Flussverlauf ist nun durch die Bundesstraße unterbrochen und lässt eher an zwei Seen südlich und nördlich der Straße vermuten. Der gerade Verlauf wird durch eine Schleuse geführt, welche die Schleuse in Nordfeld ergänzt. Auch dies hängt wieder mit den Gezeiten der Nordsee zusammen, aber auch mit dem Spülen des Flussbettes, damit es nicht versandet. Das erreicht man mit dem Ändern der Wasserströmung.

Die Schleuse wurde zu diesem Anlass im Jahr 1936 nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen, die damit verbundene Klappbrücke erinnert ein wenig an die Holländerbrücken.

An diesem idyllischen Ort der Eider liegt das Alte Fährhaus, ein wunderbares Hotel und Restaurant und ein traumhafter Ort zum Heiraten. In direkter Nachbarschaft befindet sich der Yachthafen und ein traumhaft gelegener Campingplatz.

Delve

Zwischen den Gemeinden Erfde und Delve wächst die Eider auf eine stolze Breite von etwa 180 Meter an. Wenn man sich an diesem Ort bewusst macht, wie weit es noch zur Nordsee ist und dass in der Großen Mandränke Delve mit seinen Menschen vernichtet wurden, weiß man um den weiten Einfluss der Nordsee und der Notwendigkeit des Küstenschutzes. Einst gab es eine kleine Fährverbindung an dieser Stelle über die Eider, doch im Jahr 1961 eingestellt. Allerdings hat man die „Bargener Fähre“ im Jahr 2001 wieder reaktiviert, sodass sie wie früher wieder Radfahrer und Fußgänger während der Saison zuverlässig transportiert.

Süderstapel

Im gefühlten Niemandsland liegt die Gemeinde Stapel mit ihrem Ortsteil Süderstapel. Erst jüngst sind Süderstapel und Norderstapel fusioniert und ergänzen sich seitdem vorbildlich. Süderstapel bringt dazu beispielsweise seine ausgewiesene Schönheit als echtes Eiderdorf ins Spiel. Das Eiderdorf Süderstapel ist in dieser Region vielleicht so etwas wie das Keitum auf Sylt. Wunderschöne und gepflegte Reetdachhäuser zieren mit ihren malerischen Gärten die Wege. Die Gemeinde hat ein sehr vielfältiges kulturelles Leben und ist ein echter Geheimtipp für einen tollen Urlaub mit Nordseeanbindung. Aber zum Strandbad bleibt man gerne hier und vielleicht läuft ja auch gerade das großen Open Air „Rock an der Eider“.

Drage und Schleuse Nordfeld

Drage ist eine ganz einzigartige und romantische Gemeinde, die mit ihren etwa 40 Reetdachhäusern direkt an der Eider liegt. Eine weitere Besonderheit der Ortschaft sind auch die Bauernglocken, mit denen man in Notfällen die Einwohner warnte. Eine dieser Glocken gibt es noch immer, sie wartet (hoffentlich vergeblich) auf ihren Einsatz. Zumindest aber erzählen die Glocken an eine Zeit, in der es noch keine Telefonverbindungen in heutiger Form gab und man es trotzdem schaffte, miteinander zu kommunizieren.

Drage hat aber noch mehr im Petto, da wäre der kleine Badestrand direkt an dem Fluss, mit einer schönen Liegewiese.Zu finden ist dieser schöne Platz am Delje Koog.

Da die Gezeiten der Nordsee weit ins Land agierten, plante man, über eine Schleuse, deren Einfluss zugunsten der Schifffahrt zu regulieren. So entstand ab dem Jahr 1934 die Schleuse Nordfeld, die dann ab 1937 in Betrieb ging. Seitdem fungiert sie als eine weitere Verbindung zwischen Nordfriesland und Dithmarschen, zumindest für Radfahrer und Fußgänger, die diese Schleuse  passieren können.

Friedrichstadt

Friedrichstadt | © weites.land

Friedrichstadt | © weites.land

Friedrichstadt hat seine Existenz wohl einzig seiner Lage an der Eider zu verdanken und dem Wunsch des Friedrich III von Schleswig-Gottorf, genau hier eine blühende Handelsmetropole zu errichten. Doch dafür brauchte er Menschen, erfahrene Menschen. Da kamen ihm die flüchtenden Niederländer, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Glaubensrichtung der Remonstranten verfolgt wurden, gerade Recht. Er gestand den Niederländern neben Religionsfreiheit auch andere zahlreiche Privilegien zu, bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurden sogar die Ratsprotokolle auf niederländisch verfasst.

Aus der Insel, die umgeben ist von Grachten, entstand ein kleines Holländerstädtchen im Renaissance -Stil. Bis heute prägt die Remonstrantenkirche, übrigens die einzige außerhalb der Niederlande, das Stadtbild. Über zahlreiche Brücken geht es in die malerische Stadt. Besonders beliebt ist für Ausflügler der Marktplatz mit seinen kleinen Cafés. Natürlich darf auch eine Kanal- oder Grachtenfahrt nicht fehlen, wie man sie übrigens ebenfalls aus den Niederlanden kennt.

Vor dieser grandiosen Kulisse mag man die Museen und Angebote von Friedrichstadt nicht gleich auf dem Zettel haben, aber sie sind mehr als lohnenswert. Da ist zum einen das sicherlich einzigartige Tischlereimuseum, zum anderen aber die riesige Modelleisenbahn, die sicherlich eine der größten der Welt sein dürfte.

Östlich von Friedrichstadt führt eine über 100 Jaher alte Stahlbogenbrücke über die Eider, die durchaus in dem ein oder anderen Fernsehfilm als Kulisse diente. Sie verbindet an dieser Stelle mit einer stolzen Länge von 245 Meter Nordfriesland mit Dithmarschen.

Tönning

Tönning wäre ohne die Eider eines der bedeutungslosesten Käffer geblieben, doch die Lage direkt an der Heider machten sie schon im frühen Mittelalter zu einer der wichtigsten Hafenstädte. Konnte doch von hier aus die Überseeware weit ins Binnenland gebracht werden. Über Tönning kam der Käse nach Schleswig-Holstein, vor allem aber wurden auch Getreideprodukte und Vieh für den wachsenden Milchmarkt transportiert. Als man den Vorläufer des Nord-Ostsee-Kanals baute, den Eiderkanal, fand Tönning den Durchbruch. Ein reger Handels- und Wirtschaftsplatz entstand. Bis zu 2000 Schiffe machten hier im Jahr fest.

Doch dann kam der Nord-Ostsee-Kanal, der nun den Warenstrom zur Elbmündung hin verlagerte und machte Tönning bedeutungslos. Doch hat sich Tönning seinen Charme bewahrt und gilt heute als eine der schönsten Hafenstädte Schleswig-Holsteins. Das Packhaus am Hafen erinnert an die Erfolge und macht heute als größter Adventskalender von sich reden.

Idealerweise kommt man nach Tönning mit dem Zug oder aber man versucht, auf dem Marktplatz zu parken. Tönning ist überschaubar und entsprechend gut zu Fuß zu erreichen. Neben seinem historischen Hafen, in dem immer noch die Krabbenkutter festmachen, ist vor allem auch das Multimar Wattforum unbedingt einen Besuch wert. Hier wird lebendig für Groß und Klein die Geschichte des Wattenmeeres erzählt, zahlreiche Tiere der Nordsee sind zu entdecken und ein präpariertes Skelett eines riesigen Pottwales zu bestaunen.

Katinger Watt

Katinger Watt

Katinger Watt | © weites.land

Mit dem Bau des Eidersperrwerkes und den damit verbundenen Dämmen zur Nordsee, aber auch zur Eider hin veränderte sich die Landschaft gravierend. Das Meer konnte bisherige Flächen nun nicht mehr überspülen, was ja genau so gewünscht war. Doch um auch der Umwelt Rechnung zu tragen, pflanzte man einen etwa 350 Hektar großen Wald. Die 1200 Hektar Wattlandschaft, die nun vom Meer getrennt wurden, entwickelten sich als wertvoller Rückzugsort für zahlreiche Tiere. Vor allem die Vogelwelt ist hier in ihrer ganzen Vielfalt zuhause. Ein Ausichtsturm, wecler sich in der Optik an einer der hölzernen Leuchttürme der Nordsee anlehnt, bietet ein traumhaftes Panorama und ungestörte Berobachtungsmöglichkeiten für die Tierwelt.

Nur eine schmale Straße aus Richtung Tönning  trennt das Watt von der Eider, es gibt gute Parkmöglichkieten, um von hier aus zu einer kleinen Wanderung aufzubrechen.

Eidersperrwerk

Eidersperrwerk

Eidersperrwerk | © weites.land

Bevor die Eider in die Nordsee entlassen wird, passiert sie, mittlerweile zu einem mehr als 200 Meter  breiten Strom angewachsen, eines der größten Küstenschutzbauten Europas: das Eidersperrwerk. Dieses Bauwerk ist in Gänze etwa fünf Kilometer lang, Fünf Tore mit einem Gewicht von je 250 Tonnen regeln heute den Durchfluss der Gezeiten. Im Jahr 1973 ging die Anlage nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb. Denn zuvor hatten die Gezeiten weiten Einfluss bis ins tiefe Binnenland. Bei Sturmfluten kamen in der Geschichte der Nordsee über 200.000 Menschen ums Leben, heute ist es sicher geworden durch die aufwendigen Baumaßnahmen entlang der Küste und eben hier, an der Eider.

Unbedingt lohnt sich ein Besuch auf der Aussichtsplattform und im Info-Pavillion. Auch hungrige Eider-entdecker kommen nicht zu kurz, es gibt einfache und leckere Gastronomie.

Übrigens ist an dieser Stelle die Eider zugleich auch Grenzfluss zwischen Dtihmarschen im Süden und Nordfriesland- eben im Norden.

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