Dänemark

Egernsund

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land
Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land
Wer sich das neue Wohngebiet am Flensburger Wasserturm angeschaut hat, wird wahrscheinlich die schönen Ziegelfassaden bewundern. Wer dann die berühmte Frage stellt: „Woher hat Du diesen Stein?…“, dem können wir sagen, dass er aus der berühmten Ziegelei in Egernsund stammt. Diese Ziegelei hat es in einer Umgebung in die Neuzeit geschafft, in der noch bis ins letzte Jahrhundert die Umgebung geprägt war von solchen Fabriken.

Wer sich in dieser Umgebung an die Strände und Ufer der Flensburger Förde und ihren Nebenarmen begibt, dem werden die Ziegelreste auf dem Meeresgrund auffallen.

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land

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Ein weiteres Indiz auf die Geschichte dieses Baustoffes findet sich gleich an der Uferpromenade unterhalb der Egernsund-Brücke- dort gestaltete ein Künstler ein Monument aus Ziegeln, die er in dieser Umgebung aus dem Wasser fischte und zu einem Kunstwerk zusammen fügte.

Egernsund ist heute eine kleine Kirchspielgemeinde mit etwa 1.500 Einwohnern und liegt direkt am gleichnamigen Sund, der das Nybøl Nor (Nübeler Noor) mit der Flensburger Förde verbindet. 

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land

Führte seit dem 18. Jahrhundert eine Fähre über den Sund vom Gråstener Ortsteil Alnor nach Egernsund und damit in Richtung Sonderborg bzw. Flensburg, so steht dem Verkehr seit 1968 die heutige Klappbrücke mit einer Durchfahrtsbreite von 25 Meter zur Verfügung. Zur Eröffnung verfügte die Brücke über das innovativste Kontrollsystem in ganz Europa. In der Regel wird sie einmal stündlich geöffnet. Über diese Brücke führt neben der vierspurigen Autostraße auch der Gendarmstien, der Grenz-Kontrollpfad.

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land

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Schon früh war Egernsund der Ziegelindustrie verbunden. Es gab reichlich Ton und auch Holz für die Brennöfen. Die Anbindung mit dem Schiff war perfekt. So stand hier im Ortsteil Rendbjerg seit 1783 das größte Ziegelwerk Nordeuropas, welches beispilsweise 1851 neben Klinkern, Dachziegeln, Gesims- und Grabsteinen auch Zwei Millionen Mauersteine produzierte. 100 Arbeiter und fünf große Brennöfen standen zur Verfügung. Heute erinnern zahlreiche Ziegelgebäude und Heerscharen von Ziegelresten am Strand  aus dieser Zeit. Heute ist die Verladebrücke einem Badesteg gewichen und mehr als 170 Ferienhäuser säumen dieses wunderschöne Gebiet parallel zum Wasser. Direkt am Wasser liegt auch der Gendarmstien, von dem man übrigens von hier aus auch in das beeindruckende Ziegelmuseum Cathrinesminde kommt.

Gendarmstien zwischen Egernsund und Marina Minde | © weites.land

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Überhaupt bietet sich diese Gemeinde für einen spontanen Spaziergang an, kleine und größere Yachthäfen liegen auf dem Weg, dazwischen immer wieder kleinere schmale Strände und ein harmonisches Miteinander von klassischer und moderner Architektur. Fast unauffällig findet sich auf halben Wege ein kleiner malerischer Leuchtturm.

 

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