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Drohender Deichbruch am 30. Dezember 1978 auf Kegnæs

Es ist der 30.Dezember, als in den frühen Morgenstunden über das Radio alle Männer auf Kegnæs aufgefordert werden, sich an der Hartsø Schleuse zu treffen. Ein starker Schneesturm hat das Meer so aufgewühlt, dass ein Deichbruch befürchtet wird.

Die Landstraßen sind durch die hohen Schneeverwehungen unpassierbar, Hilfe von der Insel Als ist somit nicht zu erwarten. Die Temperaturen sind auf 10 Grad unter dem Gefrierpunkt gesunken, durch den starken Schneefall und dem unerbitterlichen Sturm können die Menschen nicht einmal mehr als 10 Meter weit gucken. Es lärmt so stark, dass man sich noch nicht einmal schreiend verständigen kann.

In Osterby wartet der Deichvorsteher bereits, um Sandsäcke auszugeben. Von hier aus müssen sie etwa 1600 Meter zum beschädigten Deich geschafft werden. Die Männer versuchen, mit Traktoren und Geländewagen im Schutze des nahen Waldes zur Einsatzstelle zu gelangen.

Ein Helikopter bringt weitere Säcke und nimmt auf dem Rückweg eine Dialysepatientin mit. Die Menschen suchen zudem nach allem, was sich mit Sand befüllen lässt und organisieren noch einmal 700 Kartoffelsäcke.

Unvorstellbares leisten die Männer bis an den Rand ihrer Erschöpfung. Doch mit wahrhaft letzter Kraft schaffen sie es, einen Deichdurchbruch zu verhindern.

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