Gemeinde

Drelsdorf

Ringreiten, Rummelpott und Biikebrennen, das sind nur ein paar der äußerlichen Hinweise, wie lebendig dieses Dorf ist. Drelsdorf blickt auf eine mehr als 900-jährige Geschichte zurück. Einige Hügelgräber sind erhalten geblieben und vor langer Zeit zog es augenscheinlich die Neandertaler an die Küste, genauer gesagt, nach Drelsdorf. Verstehen kann man das. Doch später kamen die Friesen. Und – sie sind geblieben. Sie werden auch bleiben. Denn Friesen sind sehr bodenständig und sehr heimatverbunden. Auch in Drelsdorf.

Nur 15 Kilometer von Husum entfernt ist Drelsdorf so etwas wie ein Knotenpunkt verschiedener Landschaftsformen. Das ist schon sehr besonders. Südlich des Ortes befindet sich ein wildromantisches Auental, im Norden der Gemeinde beginnt die Geestlandschaft, westlich sind die Köge benachbart und im Osten ein weitläufiger Wald.

Gerade einmal 1250 Menschen sind hier zu Hause, doch was der kleine Ort zu bieten hat, kann sich sehen lassen. In Drelsdorf darf die Kirche noch im Dorf bleiben und da steht sie bereits seit dem Jahr 1200. Die St.-Marien-und-St.-Johannes-Kirche wird auch von den Gläubigen aus Ahrenshöft und Bohmstedt mit einer gemeinsamen Pastorenstelle genutzt. Von dem im Inneren der Kirche befindlichen Epitaph (Grabdenkmal) hat Theodor Storm sich für seine Novelle Aquis submersus inspirieren lassen. Die Novelle hat somit einen realen, einen traurigen Bezug. Es geht um einen 10-jährigen Pastorensohn, der ertrank. Allerdings wandelte Theodor Storm Ort und Verantwortung der Bezugspersonen für die Geschichte leicht ab.

Die Kirche selbst ist im romanischen Stil erbaut, das daneben liegende Pastorat mit seinem Reetdach kam im Jahr 1847 hinzu und steht heute unter Denkmalschutz.

Um 1800 gab es in Drelsdorf ein Armenhaus, welches später abbrannte. Genau dieses Gebäude wurde im Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel originalgetreu nachgebaut und steht heute dort im Kontext zu den anderen nordfriesischen Gebäuden.

Während in Deutschland die Kneipen sterben, geht man in Nordfriesland mitunter andere Wege. Wie anderenorts in der Region wurde in Drelsdorf der Drelsdörper Krog durch die Gemeinde erworben und steht heute als Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung.

Drelsdorf hat eine eigene Schule, eine Grundschule und gar ein Freibad. Es ist immer wieder faszinierend, was kleine Orte mit einer intakten Dorfgemeinschaft in der Lage sind, auf die Beine zu stellen. So spürt man auch das Feingefühl, alte Architektur zu erhalten und Neubauten harmonisch zu integrieren.

Drelsdorf ist ein Stück Mittleres Nordfriesland– ein Stück Mitte in Nordfriesland.

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