Moore

Dosenmoor – More in Schleswig-Holstein

Dosenmoor | © weites.land

Östlich von Neumünster liegt auf der Wasserscheide zwischen der nach Norden fließenden Eider und nach Süden fließenden Stör das Dosenmoor. In Einfeld an der Kieler Straße biege ich ins Dosenmoor. Auf dem kleinen Parkplatz nahe des Info- Zentrums parke ich und in wenigen Minuten betrete ich mit meinem Hund eine dichte Allee, rechts davon ein lichter Birkenwald. Nur das Rauschen der Blätter und das Wiegen der Gräser ist zu hören. Das warme Licht der Sonne legt sich über die Weiten. Die Sonne malt fast mystische Schattenbilder in die Wälder.

Über weichen torfigen Boden folgen wir den ausgeschilderten Wanderwegen und erreichen irgendwann einen Holzplankenweg, der durch den Sumpf führt. Er wurde gerade auf den alten Weg aufgesetzt, da dieser im Moor abgesackt und teilweise überflutet war. Einzeln ragen astfreie abgestorbene Birken in den Himmel, bunte Gräser und Heide wechseln sich ab. Libellen spielen im Wind. Auf der anderen Seite sieht man in die Weite und fühlt sich in einer anderen Welt. Stille, Abgeschiedenheit, tiefe, entspannte Ruhe und immer dieses tiefschwarze Wasser lassen uns die Zeit vergessen. Einige Holzbänke laden zum Verweilen ein und Hinweisschilder warnen vor dem Verlassen der Wege, will man doch nicht in einigen Hundert Jahren als Moorleiche zu Ruhm gelangen.

Trotz der intensiven Trockenlegung und des industriellen Abbaus von Torf ist das Dosenmoor eines der am besten erhaltenen Hochmoore in Schleswig-Holstein. Jedoch sind nur noch etwa zwei Prozent der Ursprungsfläche erhalten. Seit 1978 wird das Moor regeneriert und wiedervernässt. Dadurch sterben Birken und Pfeifengras ab. Mit Hilfe einer Wanderschafherde bestehend aus Moorschnucken und Ziegen wird ein Nachwachsen dieser Pflanzen verhindert. Derzeit gilt das Dosenmoor als größtes Regenerationsprojekt in Schleswig-Holstein.

Idealerweise erreicht man das Moor über die alte Hamburger Chaussee zwischen Neumünster und Bordesholm. Am Rande des Moores gibt es Parkmöglichkeiten. Wasserbeständiges Schuhwerk und ein bis zwei Stunden Zeit sind ideal, um dieses Gebiet auf den ausgeschilderten Wegen zu entdecken. Hinweistafeln erzählen über die Tier- und Pflanzenwelt und wer Augen und Ohren offen hält, bemerkt die Libellen und Vögel, die farbenfrohe Vegetation und dazwischen das tiefschwarz wirkende Wasser. Licht wirft seine Schatten durch die abgestorbenen Birken. Vereinzelt fühlt sich Wild aufgeschreckt, deswegen sind Hunde zwingend an der Leine zu halten. Ein Verlassen der Wege kann für Mensch und Hund lebensgefährlich sein, aber der Fußweg auf den weichen Wegen ist ein Genuss für die Sinne. Bei entsprechendem Wetter kann in Kürze dichter Nebel aufziehen und genauso schnell wieder verschwinden. Holzbänke laden überall zum Verweilen ein und es lohnt sich, einfach mal die Augen zu schließen, zu lauschen, zu atmen. Ein Ausflug ins Moor empfiehlt sich zu jeder Jahreszeit und schenkt mit jedem Spaziergang, jeder Wanderung neue Impressionen und neue Impulse.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.