Landwirtschaftsmuseum

Das Kohlosseum in Wesselburen – Museen in Schleswig-Holstein

In Dithmarschen gibt es 80 Millionen Kohlköpfe und diese Behauptung ist alles andere als eine Beleidigung. Denn Dithmarschen ist das allergrößte Kohlanbaugebiet überhaupt. Da darf sich der Kohl gerne für feiern und sein eigenes Kohlosseum bauen.

Lange sind wir durch die endlosen Felder gefahren, vorbei an den vielen Gemüsehöfen und jetzt im Frühjahr ebenso unzähligen leeren Holzboxen, die nur auf eines warten- auf den Kohl. Nun beschreiben wir Dithmarschen an anderer Stelle sehr ausführlich, doch eines möchten wir von Herzen hier vorstellen- das weltweit einzige Kohlosseum in Wesselburen. Denn in diesem sind wir unweigerlich gelandet, knapp vor unserem Ministerpräsidenten, der wenig später hier feierlich den Startschuss für den diesjährigen Kohlanbau in Gesellschaft der diesjährigen Kohlregentinen und den Kohlbauern geben will.

Und welcher Ort eignet sich dafür besser als dieser? Denn genau hier auf dem Gelände wird durch den Gärtner Eduard Lass im Jahr 1891 der erste Weißkohl überhaupt in Schleswig-Holstein angepflanzt, zunächst allerdings als Versuch. Der Siegeszug des Kohls in unserem nördlichsten Bundesland beginnt.

Später entsteht auf diesem Acker die erste Zuckerfabrik Schleswig-Holsteins, die in ihrem Verlauf dann als Sauerkrautfabrik umfunktioniert wird. Doch, als die Firma über Nacht schließt und die Mitarbeiter nach Hause schickt, kommt einer wieder, der Lebensmittel- und Verpackungsingenieur Hubert Nickels. So treu er bisher seinem Arbeitgeber verbunden ist, so treu ist er eins mit diesem gesunden und leckeren Gemüse- dem Kohl.

Er hat Ideen und diese will Hubert Nickels umsetzen. Und er setzt sie um. Das Betriebsgebäude wird kurzum gemietet, im Dachgeschoss entsteht ein kleines Museum mit all den Geräten der damaligen Zeit, die für den Kohlanbau eingesetzt werden. Alte Landkarten zeigen die Veränderungen der Küste Dithmarschens und Schautafeln erzählen von der hiesigen Tierwelt und der Jagd.

Unsere Tochter setzt sich mitten rein, in die kleinen alten Schulpulte, nimmt eine der Tafeln und malt. Sie möchte gar nicht weg. Es riecht ein wenig nach altem Gemäuer, aber das gehört auch irgendwie dazu. entspannt bewegen wir uns durch die Exponate und bestaunen die großen alten Schwarz-Weiß-Bilder der Umgebung. Hubert Nickels, mittlerweile durch Funk und Fernsehen zum Sauerkrautmeister und Sauerkrautpapst erkoren, gesellt sich zu uns, ganz entspannt, obgleich der Ministerpräsident und die über 200 geladenen Gäste im Anmarsch sind. Gefeiert wird im Saal gegenüber- dem Kohlsaal.

Er lebt für den Kohl und es ist berührend, ihn darin zu erleben. Neugierig sind wir nun auf den Bauernmarkt im Erdgeschoss, dort gibt es Sauerkraut im Glas. Das wird man so noch nirgendwo gesehen haben, ist aber auch patentiert. Denn an dem Ort, wo der Kohl einst den Siegeszug in Schleswig-Holstein antritt, entsteht Sauerkraut, was man sich geschmacklich wohl bisher nicht vorstellen konnte. Dieses Sauerkraut gehrt im Glas und bekommt eine einzigartige Note, einfach unvergleichlich. Und natürlich in Bio-Qualität.

In diesem Bauernmarkt gibt es noch weitere Erfindungen des Sauerkrautmeisters, von Shampoo über Cremes bis zu weiteren kulinarischen Höhepunkten- selbstverständlich aus dem gesunden Kohl.Wie das alles entsteht, das darf man gerne erleben in der integrierten gläsernen Produktion. Natürlich gibt es in diesem Bauernmarkt noch zahlreiche weitere regionale Produkte, vieles in echter Bio-Qualität. Und wir beschließen, unsere nächsten Weihnachtsgeschenke genau hier zu kaufen mit dem Wissen, etwas besonderes und etwas gutes zu schenken.

Und nein, für diesen Artikel haben wir kein Geld bekommen und ja, unseren Einkauf haben wir selbst bezahlt. Weil wir die Idee toll finden und weil dieses Sauerkraut so gigantisch gut schmeckt.

Hier gehts direkt auf die Homepage des KOHLosseum in Wesselburen.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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