Moore

CO2- Zertifikate für Jedermann

Kategorie Hundestrände
Leo |© weites.land

Im Königsmoor bei Christansholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist 2015 ein neues CO2- Projekt gestartet. Ab sofort ist es auch umweltbewussten Privatleuten möglich, ihren Anteil am CO2-Ausstoß zu kompensieren. Damit wird gleichzeitig die Erhaltung und Renaturierung des bedrohten Hochmoores unterstützt.

Mit 230.000 Euro hat die Ausgleichagentur Schleswig-Holstein die sogenannte „Wiedervernässung“, also die Renaturierung des Königsmoors vorfinanziert. Durch den Verkauf von CO2- Zertifikaten -in diesem Fall den MoorFutures- soll das Projekt refinanziert werden. Überschüssige Einnahmen werden in neue Renaturierungsprojekte von Mooren gesteckt.

Ein Zertifikat entspricht dabei einem Einsparpotential von einer Tonne CO2, die in den kommenden 50 Jahren nicht in die Atmosphäre gelangt. „Jeder Mensch produziert durch seinen Lebenswandel CO2: Wir heizen, wir fahren mit dem Auto, Bus oder Bahn, konsumieren Waren und Lebensmittel und brauchen Strom. Das lässt sich nicht vermeiden“, so Ute Ojowski, Geschäftsführerin der Ausgleichsagentur. „Diesen unvermeidbaren CO2-Ausstoß kann man durch CO2-Zertifikate an anderer Stelle ausgleichen“. Was für die Industrie schon lange Pflicht ist, ist auch den kleinen Unternehmen und Privatleuten seit 2012 möglich. Nämlich der Erwerb dieser CO2- Zertifikate.

Nun kommt es endlich auch in Schleswig-Holstein ins Rollen und bietet jedem von uns die Möglichkeit, seinen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes zu verringern. Und sich damit für den Erhalt von Arten und Vielfalt in der Natur einzusetzen- direkt vor der eigenen Haustüre. Seit 2011 sorgen die Ausgleichagentur und die Stiftung Naturschutz dafür, dass die Moore in Schleswig-Holstein in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Alte Drainagen werden entfernt und Entwässerungsgräben gefüllt. Das sich ansammelnde Oberflächenwasser stoppt die Zersetzung und das gebundene CO2 bleibt im Boden. Seltene Pflanzen bekommen ein neues Zuhause und sorgen wiederum für eine CO2-Aufnahme.

Diese Pflanzen bieten wiederum bedrohten Tierarten einen ungestörten Lebensraum und Flora und Fauna komen wieder ins Gleichgewicht. Das Königsmoor gehörte einmal zu den größten Mooren in Schleswig-Holstein. Etwa um 1915 begann man hier mit der Entwässerung. In der Folge senkte sich die Moorlandschaft ab und das Land konnte landwirtschaftlich genutzt werden. Kommt erst einmal der Torf an die Luft, setzt er das gebundene CO2 frei. Ein zurückgewonnenes Moor hingegen erspart der Athmosphäre im Jahr pro Hektar etwa 10 Tonnen dieses klimaschädlichen Gases.

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