Gemeinde

Berkenthin – Gemeinden in Schleswig-Holstein

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land
Berkenthin am Elbe-Lübeck-Kanal | © weites.land
Berkenthin haben wir kennengelernt, als wir auf dem Weg ins südliche Ratzeburg genau hier den Elbe-Lübeck-Kanal passieren. Eine moderne Stahlbogenbrücke führt über den Strom, übrigens die erste beheizbare Straßenbrücke in Europa.
Postleitzahl: 23919
Vorwahl: 04544
KFZ-Kennzeichen: RZ 
Amt: Berkenthin
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Einwohner ca: 2075
Fläche: 10,25 km²
Höhe über NN: 19,00 m
Seit Juni 1900 transportieren nun die Binnenschiffe ihr Gut nach Lübeck oder Lauenburg und machen hier halt. Denn in Berkenthin befindet sich eine der zahlreichen Schleusen dieser Wasserstraße.  Auch sie stammt aus der Gründerzeit des Kanals und wird ausschließlich mit Wasserkraft betrieben. Nach dem kompliziert zu berechnenden System der Hotopschen Schleusen kommt man komplett ohne weitere Energie aus, vor allem funktioniert dieses System sehr zuverlässig bis heute. Da der Kanal aber ausgebaut werden soll, gibt es Sorgen, dass dieses Industriedenkmal dem Fortschritt (?) fallen könnte.

Dabei ist die Bedeutung des einstigen Flusses aber schon Jahrhunderte alt. Denn an dieser Gemeinde vorbei wurde das weiße Gold von Lüneburg in den Lübecker Hafen gebracht. So führt heute die historische Alte Salzstraße und der beliebte historische Treidelweg entlang des Kanals.

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Die gleich am Wasser gelegene Maria-Magdalenen-Kirche könnte sicherlich einiges über die Jahrhunderte erzählen, wie viele Menschen sind hier wohl schon eingekehrt oder vorbeigekommen sind. Seit etwa 1230 hat sie hier ihren Platz und damit ihre Aufgabe. Heute ist sie nicht mehr wegzudenken, sie prägt deutlich die Silhouette des Ortes. Mehrfach ist das Gotteshaus beschädigt oder zerstört worden. Der heute sichtbare Turm stammt übrigens aus dem Jahr 1967. Der Vorgänger war ein kleiner Holzturm mit vier Giebeln.

Die Kirche trägt an sich für eine evangelische Kirche doch eine außergewöhnlichen Namen. Der Grund dafür ist nicht ganz klar. Zum einen könnte die Kirche Maria Magdalena als Schutzpatronin der Stegnizfahrer gewidmet sein, die sogar eigenes Gestühl und einen eigenen Platz auf dem Friedhof für die letzte Ruhe hatten.

Eine andere Idee stammt aus dem Zeitraum der berühmten Schlacht von Bornhöved. Denn Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein hatte im Fall eines Sieges versprochen, Maria-Magdalenen-Kirchen zu stiften. Immerhin fand die Schlacht am Maria-Magdalenen-Tag, dem 22. Juli 1227 statt. 

Zwar war die Kirche zwischenzeitlich dem Petrus gewidmet, doch seit 2008 ist sie ganz offiziell ihrer Namensgeberin geweiht. Im Inneren gibt es ein paar Besonderheiten. Das einzigartige Baumstammkreuz stammt aus dem 14. Jahrhundert, der Taufengel von 1734. Natürlich gibt es auch neben zweier Petrus-Figuren der von Maria Magdalena und Wandmalereien in mittelalterlichem Stil. Letzteres stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert.

Berkenthin liegt beidseits des Elbe-Lübeck-Kanals, so führt eine eiserne Bogenbrücke für Radfahrer und Fußgänger zur Kirche.

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Die Gemeinde hat eigentlich eine perfekte Wohnortlage und ist zunehmend auch für Urlauber ganz spannend. Ungefähr mittig zwischen Bad Oldesloe und Ratzeburg gelegen, führt hie die Bundesstraße B 208 durch den Ort. Dies wird kaum als störend empfunden. Lübeck ist nicht weit und auch die Ostsee-Autobahn ist keine 10 Kilometer entfernt. Dass Berkenthin zum Naturpark Lauenburgische Seen gehört,    können wir fühlbar nachvollziehen. Zudem liegt der Ort im Zentrum der touristisch immer begehrteren Stegnitz-Region. Immer wieder halten wir hier, um spontan und entspannt unsere Runden zu drehen.

Im Ort gibt es alles, was man benötigt. Der Zentralort ist Amtssitz, hat ein Polizeirevier, einen kleinen Park am Kanal, Kindergärten, Grund- und Gemeinschaftsschule, ein reges Vereinsleben, Geschäfte und Unterkünfte. Denn in dieser sanft-hügeligen Landschaft kommen immer mehr Urlauber an, sind unabhängig von dem mittlerweile oft überfüllten Strandbädern  und entdecken mit dem Rad oder zu Fuß eine der schönsten Regionen Schleswig-Holsteins.

Handwerksbetriebe geben zahlreichen Menschen aus dem Ort Arbeit und so wird auch das Leben immer attraktiver durch den Zuzug von Familien, die hier ein schönes Zuhause in einer ländlichen und doch zentralen Lage finden.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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