Rad & Wandertouren

Alte Salzstraße

Alte Salzstrasse
Alte Salzstraße | © weites.land

Wenn wir heute Salz benötigen, dann finden wir es in Hülle und Fülle. Vor wenigen Hundert Jahren sah das anders aus. Salz war so kostbar, dass es sogar in Gold aufgewogen wurde. So konnte sich die Umgebung von Lüneburg freuen, über einen lukrativen Salzstock zu verfügen.

Im Mittelalter gab es noch keine Kühlschränke. So wurde Salz genutzt, um Lebensmittel lange haltbar zu machen. Das war vor allem eine Notwendigkeit für die Seefahrer, die wochen- oder gar monatelang auf den Meeren der Welt unterwegs waren. Nicht ohne Grund nannte man das Salz auch „weißes Gold“.  Bereits im 10. Jahrhundert gab es in Lüneburg eine Saline zur Salzgewinnung, zu der Zeit wurden mit Salz Tauschgeschäfte gemacht. So kam Lüneburg zu ansehnlichem Reichtum. Die Händler brachten nun das Salz nach Lübeck, um es von dort in den gesamten Ostseeraum zu verschiffen. Diese Route ist als die Salzstraße in die Geschichte eingegangen.

Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Alte Salzstraße entlang am Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin | © weites.land

Heute können wir die Eindrücke der Route nachempfinden. Zu Fuß oder mit dem Rad führt der ausgewiesene Fernradweg „Alte Salzstraße“ die 188 Kilometer lange Strecke von Lüneburg über Lauenburg und Mölln nach Lübeck.

Im Mittelalter war die Strecke weniger komfortabel. Die Händler transportierten das Salz auf von bis zu sechs Pferden gezogenen Handelskarren. Die mühsame Strecke konnte durchaus zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Ein großes Hindernis galt es dabei zu überwinden: die Elbe. Allein die Fahrt über die Elbe nahm zwei Tage in Anspruch. An eine Brücke über einen so breiten Fluss war gar nicht zu denken. Langsam ging es voran, sodass Räuber und Wegelagerer mühelos die Händler überfallen konnten. Für besseren Schutz sorgten dann die Wagenkolonnen, in denen Händler sich zusammenschlossen und dann gemeinsam verteidigten.

Lauenburg an der Elbe | © weites.land

Lauenburg an der Elbe | © weites.land

Da haben wir es doch heute komfortabler. Die romantische Route führt über feste Sandwege oder befestigte Straßen mit geringem Verkehr und zum Großteil an dem malerischen Elbe-Lübeck-Kanal entlang. Unterwegs lohnt ein Abstecher ins Kloster Lüne und in das beeindruckende Schiffshebewerk in Scharnebeck. Hier überwinden Schiffe per Aufzug eine Höhe von 38 Metern. Auf der weiteren Tour lädt Lauenburg zu einer Erkundung ihrer schönen Altstadt ein.


Ziegelsee Mölln | © weites.land

Ziegelsee Mölln | © weites.land

Von Lauenburg geht es weiter in den Norden, zunächst auf den Spuren Till Eulenspiegels in seiner Stadt Mölln. Hier lohnt der Aufstieg auf den alten Wasserturm. Vom historischen Wasserturm aus bietet sich ein herrlicher Blick über die Stadt und auf die Reste der alten Salzstraße. Im Mittelalter war Mölln eine Zwischenetappe, hier wurde gerastet und Kraft für die letzte Etappe gesammelt. Handwerker reparierten die Wagen und Gastwirte versorgten die Reisenden. Das bescherte Mölln einen gewissen Wohlstand.


Lübeck | © weites.land

Lübeck Alte Salzspeicher | © weites.land

Wir verlassen die Stadt in nördlicher Richtung und tauchen ein in die Welt der Moore und Bruchwälder. Unser Weg führt mitten durch das Naturschutzgebiet Pantener Moorweiher. Hier ist der Weißstorch zu Hause, aber auch der Kranich und der Seeadler. Bald kommt unser Ziel, die Hansestadt Lübeck. Viele Gebäude zeugen von der Zeit des Mittelalters. Vom Lübecker Hafen aus kam das Salz auf die Schiffe und landete so im Baltikum oder in Skandinavien.


Wir sind am Ziel und lassen die Etappe in Lübeck einfach sacken. Am Hafen sitzen wir und blicken zurück auf die Tour durch diese bezaubernde Landschaft. Die Strecke war überwiegend eben, je nach Fitness ist die Strecke in ein bis vier Tagen zu schaffen. Zeit nehmen sollte man sich für die Städte, die viel aus der Zeit der Salzstraße zu erzählen haben und es wert sind, entdeckt und erkundet zu werden.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.