Gemeinde

Ahrensbök

Ahrensbök | © weites.land
Ahrensbök | © weites.land

Ahrensbök hat es uns angetan. Irgendwie. Ob wir nach Lübeck fahren oder zu den Fähren nach Travemünde, wir fahren die kleine Landstraße durch Ahrensbök und sind immer wieder angetan von der hügeligen Landschaft mit ihrem saftigen Grün, den kleinen Dörfern und den schönen Kirchen. Unweit liegen die kleinen und großen Städte, ganz in der Nähe sogar die Ostsee. Ahrensbök sollte der ideale Ausgangspunkt für einen Urlaub mit echter Landliebe sein.

Weniger als 8.300 Menschen leben in der Gemeinde Ahrensbök, davon etwa die Hälfte in Ahrensbök selbst. Und doch ist die Gemeinde von der Fläche her die viertgrößte in Schleswig-Holstein. Entsprechend entspannt lässt es sich hier aushalten.

Irgendwie wirken die Dörfer dieser Gemeinde so, wie man sich eben ein Dorf vorstellt. Die Kirche auf einem Hügel, rundherum die Höfe und Häuser, eingebettet zwischen sanften Hügeln und Teichen, Strauchwerk und einzelnen Bäumen. Alles hat sich herausgeputzt und ist einfach nur richtig schön, ohne fein zu sein. Bäuerliche Herzlichkeit, die Erdverbundenheit der Menschen, Bäcker, Autowerkstatt, Tankstelle und Schule, eine komplette Infrastruktur und ein lebendiges und kulturelles Zusammensein, das sind einige Dinge, die wir an Ahrensbök so toll finden.

Ortsteile

Ahrensbök | © weites.land

Zu Ahrensbök, wo etwa 4000 Menschen leben, gehören die Ortschaften Vorwerk Ahrensbök, Barghorst, Böbs, Cashagen, Dakendorf, Dunkelsdorf, Gießelrade, Gnissau, Grebenhagen, Havekost, Hohenhorst, Holstendorf, Lebatz, Schwienkuhlen, Schwochel, Siblin, Spechserholz, Tankenrade und Vorwerk-Neuhof.

Marienkirche

Alle sprechen von der Ahrensböker Kirche und meinen die Marienkirche. Sie ist das älteste Gebäude des Ortes. Sie gehörte einmal zum Ahrensböker Kloster, doch nur sie ist davon übrig geblieben. Das Backsteingebäude entstand wohl in der Zeit um 1328, denn hier findet sie die erste Erwähnung. Zuvor muss es an dieser Stelle eine Wallfahrtkapelle gegeben haben.

Angeblich war eine Marienerscheinung über einer Buche mit Adlernest der Grund, genau an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Die heutige Kirche ruht auf einem Feldsteinfundament, das Licht strömt durch die Spitzbogenfenster in den Chorraum. Eine Dachlaterne ziert mit einem Zwiebelturm das schieferbedeckte Satteldach. Der Kirchturm entstand erst 1761 im barocken Stil.

Leider scheint der Internetauftritt gefühlt aus der gleichen Zeit zu stammen, aber wenigstens die wichtigsten Kontaktdaten sind dort zu finden. Wenn das Gemeindeleben hier die gleiche Lebendigkeit wie die Internetseite aufweist, dann ziert das Kirchengebäude zumindest die Silhouette des Ortes. Das wäre schade. Hier die nun mit Spannung erwartete Internetseite: evangelische Kirche Ahrensbök.

Heimatmuseum, Bürgerhaus, Theatersaal

Ohne es schlecht machen zu wollen, heute hat bald jedes Dorf sein Heimatmuseum. Es scheint, es gebe immer mehr Museen, aber immer weniger Museumsbesucher. Das kostet Geld und bindet Kraft. Nun können einzelne Museen durchaus aus der Masse hervorstechen, weil sie ein besonderes Thema haben, aber das kommt selten vor. Ein Museum, und ich besuche solche gerne, ist aber auch immer irgendwie ein Blick zurück anstatt nach vorne. Ich wünschte mir ein Museum, wo Kindergeburtstage stattfinden, wo man mit den ausgestellten Dingen arbeitet, sie anfasst und staunt. Genau diesen Gedanken folgt man im Heimatmuseum Ahrensbök. Im Jahr 1995 übernahm die alte Hofstelle Schmidt die neue Funktion als Bürgerhaus, Heimatmuseum, Gemeindebücherei und kultureller Treffpunkt. Ein Theater- und Veranstaltungssaal steht für mehr als 200 Menschen zur Verfügung.

Ein kleiner persönlicher Traum ist das detailgetreu und liebevoll gestaltete Modellbahndiorama, welches in diesem Fall den ehemaligen Bahnhof Ahrensbök mit seinen Gleisanlagen nachbildet. Vielleicht erwacht ja dieses Diorama eines Tages zu bewegtem Leben, wenn es in eine Modellbahnlandschaft integriert würde, auf der dann die Züge fahren könnten.

Wer Spannendes zur Ahrensböker Geschichte und dem Heimatmuseum mit dessen Angebot entdecken möchte, findet weitere Informationen unter Heimatmuseum Ahrensbök.

Bahnhof

Da einst vor den Toren Ahrensböks eine Zuckerfabrik produzierte und man früher landwirtschaftliche Produkte mit der Bahn transportierte, bekam Ahrensbök einen Bahnhof. Mittlerweile sind die Gleisanlagen verschwunden und das Bahnhofsgebäude in den Ort als Wohngebäude integriert. Dabei ist die ursprüngliche Form erhalten geblieben.

Wasserturm

Der jüngste Wasserturm Schleswig-Holsteins befindet sich hier, in Ahrensbök. Im Jahr 1976 erbaut, besticht der an der Bundesstraße B 432 gelegene Turm durch seine extravagante Form. Mit seiner Höhe von 45 Metern ist er weithin sichtbar, und, er ist einer der wenigen Bauwerke, die noch in Betrieb sind. Er speichert etwa 900m3 Trinkwasser. Von weitem erkennt man die Lage Ahrensböks genau an diesem Wasserturm.

KZ-Gedenkstätte

Ahrensbök hat auch seine Schattenseiten in der jüngeren Geschichte. Dazu gehört die traurige Tatsache, dass es in Ahrensbök eines der ersten Konzentrationslager gab. Ein Teil des damaligen Lagers ist heute im Schulgebäude integriert. Im Gebäude der heutigen KZ-Gedenkstätte gibt es eine Dauerausstellung zum KZ-Fürstengrube-Todesmarsch. Ahrensbök war auf diesem Marsch eine der Stationen. Die Gedenkstätte ist das einzige KZ-Gebäude, welches in Schleswig-Holstein erhalten blieb.

Internet

Der Ahrensböker Internetauftritt ist, wie bei den meisten Gemeinden sehr emotionsbefreit. Selbst der Tourismus wird mangelhaft dargestellt. So ist das, wenn Verwaltungsmenschen ihre kreative Ader ausleben. Wer aber Kontaktdaten benötigt, der kommt an dieser Seite nicht vorbei: Gemeinde Ahrensbök.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.