199 Kleine Helden

199 Kleine Helden: Yamabuki aus Japan

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  • Name: Yamabuki
  • Alter: 11
  • Land: Japan
  • Wohnort: Tokyo
  • Schulweg (-länge: 3 km durch die Stadt

Besonderheiten: Yamabuki ist KEIN Mädchen, wie viele denken. Es ist auch tatsächlich untypisch für japanische Jungs in seinem Alter, längere Haare zu haben.

Yamabukis Schulweg hat viele Facetten: kleine Gassen mit Bars, wo abends das Leben brummt, Straßen mit viel Verkehr, überfüllte Kreuzungen mit Menschen in schwarz-weiß, der japanischen Business-Kleidung. Die Kinder in Tokyo wirken sehr selbständig und werden auch nicht von ihren Eltern zur Schule gefahren. Die meisten Eltern sind berufstätig und arbeiten hart.

Zitat Yamabuki:

„Ich bin auf der Welt, um mich zu vermehren, damit die Menschheit weiter geht.“

Yamabuki, seine Eltern und die beiden kleineren Geschwister haben eine sehr privilegierte Wohnsituation, im Vergleich zu vielen anderen Familien, die äußerst beengt leben. Das betrifft auch die durchschnittlich situierte Familie. Yamabukis Eltern haben ein eigenes Haus, neben einem kleinen Park. „Es ist ein Glück, so zu leben“, meint Yamabuki selbst.

Yamabuki ist ein feiner, aufgeweckter Junge mit Sinn für Humor. Er findet Tokyo toll, sagt aber auch, dass man sich total verirren kann zwischen den vielen, gleich aussehenden Wolkenkratzern. So wurde er während der Dreharbeiten von einer Frau angesprochen, die verzweifelt nach ihrem Sohn suchte. Zusammen mit seinem Freund So, „der ist ganz doll warmherzig“, cruist er täglich zur Schule, immer auch einen Blödsinn im Kopf. Ich habe keine Eltern gesehen, die ihre Kinder zur Schule gefahren haben. Die Eltern arbeiten, die Kinder sind sehr früh selbständig.

Ich war natürlich ganz besonders gespannt drauf, was Yamabuki zum Thema Fukushima sagen würde, das Thema, das viele Kinder auf der Welt sehr beschäftigt und ihnen Angst macht.

Die Produzentin Sigrid Klausmann

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Man macht sich nicht unbedingt Freunde in Tokyo, wenn man das Thema Fukushima anspricht. Anfangs versuchte ich noch, über Schulen ein Kind zu finden, das die Katastrophe selber erlebt hat und nun in Tokyo lebt. Aber ich lief gegen eine Wand. Sobald das Thema angesprochen wurde, haben die Schulleiter dicht gemacht.

In Japan besuchen ca. 90 % aller Schulkinder eine Art Nachhilfeschule, die am Wochenende stattfindet, mit Klausuren und allem Drum und Dran. Freizeit ist rar.

Privatschulen boomen. Mittlerweile gibt es schon Aufnahmetests für den Privat-Kindergarten.

199 Kleine Helden

199 Kleine Helden

Wie können wir die Welt ein wenig besser kennen lernen als durch die Augen der Kinder? Die Erde besteht aus 199 Ländern. In jedem Land wird stellvertretend ein Kind einen Moment seines Lebens erzählen und uns so eine einmalige Chance geben, eine ganz neue Sicht auf unsere Erde mit ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Mehr zu diesem außergewöhnlichen Projekt gibt es hier.

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